Zutaten > Sojamilch

In der Umgangssprache bezeichnet man als „Sojamilch“ oft ein industrielles Getränk aus Soja und viel Wasserzusatz mit großer Gewinnmarge, das mit Milch überhaupt nichts zu tun hat. Daraus lässt sich selbstverständlich kein Käse bereiten, eben weil es keine Milch ist.
Die Soja (Glycine max; Synonym: Soja hispida) ist ein Schmetterlingsblütler, der hauptsächlich des Öles wegen angebaut wird, das sich in seinen Samen, den Sojabohnen, befindet. Es dient für technische Zwecke und für minderwertige Lebensmittel wie Margarine. Die Pressrückstände des Öles sind das Sojaextraktionsschrot, das an Nutztiere verfüttert wird, heutzutage hauptsächlich an Schweine in engen Ställen und evtl. Geflügel, immer weniger an Rindvieh. Die Nutzung von Sojaöl unterstützt die Verfütterung der Pressrückstände und damit die Tierhaltung in engen Ställen. Lecithin wird ebenfalls durch Ölpressung gewonnen und ist daher mit der Verfütterung verknüpft.
Die Milch von Kühen (oder evtl. anderen Milchtieren), die mit Soja gefüttert wurden, ist die authentische Sojamilch. Sie ist qualitativ nicht mit Weidemilch zu vergleichen. Der aus ihr bereitete Käse muss als minderwertig gelten. Er ist arm an Omega-3-Fettsäuren. Des Weiteren treibt Soja zwar die Milchmenge in die Höhe, aber nicht in gleichem Maße die Menge der wertgebenden Inhaltsstoffe, so sind diese geringer konzentriert.
