Kulturen

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In Wasser angesetzte pulverförmige Kultur des Weißschimmels Geotrichum candidum wird in Ziegenmilch geschüttet

Kulturen oder Käsekulturen sind in der Käserei Produkte mit gezielkt gezüchteten Mikroorganismen, die man der Käsereimilch zusetzt.

Die meisten Käse, insbesondere solche, die reifen, bekommen eine Kultur aus einer Mischung verschiedener Milchsäurebakterien. Hierzu wird v. a. im Hausgebrauch Joghurt genommen, auch Kefir oder Sauermilch.

Ein paar Käse bekommen zusätzlich zu den Milchsäurebakterien auch Propionsäurebakterien.

Eine Reihe Käse bekommen Edelschimmel, entweder Weißschimmel oder Blauschimmel, vereinzelt beide.

Einige Kulturen kann man im Fachhandel gefriergetrocknet bekommen. Manche Käsereien züchten die Kultur selber und verkaufen sie u. U. auch an nahegelegene Käsereien oder Alpen.

Eine andere Möglichkeit ist die Sirtenkultur: Hier nimmt man Molke vom Vortag oder von vor zwei Tagen und setzt sie als Kultur ein, um die vorhandenen Bakterien weiter zu verwenden. Das wird bei Parmesan und Grana Padano gemacht. Auch beim Alpkäse machen es manche Menschen; dies birgt ein gewisses Risiko, dass man unerwünschte Bakterien weiter züchtet, führt aber zu einem individuelleren Geschmack für die Alp.

Der Emmentaler verdankt seine Löcher den als Kultur zugefügten Propionsäurebakterien

Ganz ohne Bakterienkultur werden Halloumi und Torta del Casar gemacht.

Beim Schmieren des Käses werden gelegentlich Bakterienkulturen eingesetzt, insbesondere Rotschmierekulturen.

Trockenkultur wird zum Vorreifen in ein wenig Milch eingerührt

Externer Link:

Käsekulturen – Die Geschichte ihrer Verwendung (S. 7f)